Sich verändernde Situation

 

Nun sind sie weg,

Ruhe ist eingezogen, die "normalen"  Menschen gehen alle ihren alltäglichen Tätigkeiten nach.
Er sitzt da und schaut aus dem Fenster in die Schneelandschaft da draußen.

Er ist nicht mehr auf der Insel, er wurde vor einigen Tagen von dort "entlassen".
Er gilt als geheilt, als "wiedereingliederungsfähig".
Zugegeben, die Ärztin hatte ihm aus den letzten bekannten Befunden noch einen nicht unwesentlichen Nachschlag mit auf den Weg gegeben.
Ganz so geheilt sei er nicht und das Quasi-Geheilt-Sein sei nur mit entsprechenden Medikamenten abzusichern.
Das aber ändert die Situation nicht, verstärkt lediglich den Nachdruck, unter dem bisherigen Leben eine Art Schlussstrich zu ziehen.
Denn so geht es nun wirklich nicht mehr.
Er sieht es zum großen Teil gelassen.
Dann muss er es eben ändern.

Seitdem hört er von diesem und jenem, der ja auch schon seit Jahren.....
Ach - ist ja ne Überraschung, der etwa auch?

Na - nicht ganz - aber der muss eben auch irgendwelche Pillen schlucken....
Tröstet ihn das?
Um ganz ehrlich zu sein - es hilft ihm Nullkommanix.

Er selbst ist hier in der "großen" Welt ziemlich allein mit seinem "Gebrechen".

Das muss er ganz allein schaffen.
Da hilft kein Trost.

Wiedereingliederungsfähig - ihm graut vor dem Tag, an dem er wieder in den richtigen Alltag zurück muss.

Er ahnt, er weiß, was ihn dort erwartet.

Er wird sich wie ein Außerirdischer fühlen, der auf der Erde notlanden musste.
Wie will er das bewältigen?
Fünf Monate im Aus sind eine sehr lange Zeit.

Auf jeden Fall lang genug, um mit der sich nun wieder verändernden Situation so seine Probleme zu haben.


Er freut sich auf den Tag, an dem er - wenn auch nur für wenige Stunden - auf die Insel zurück darf.
Er weiß, dass ihm das viel mehr als jeder Trost helfen wird, behutsam auf die Erde zurück zu kehren.


Er wird eine Menge Zeit benötigen.

 

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