Nahtloser Übergang

Ende, aus, vorbei. Das wars...


Die Leute hier sind Abschiede gewohnt, sie machen das tagtäglich, das gehört zum Job. Aber für mich selbst schließt sich eine Art Lebensabschnitt. Da hat der Abschied, der kurz und schmerzlos erfolgt, doch eine etwas andere Bedeutung.


Was aber nun? Tut sich da eine Lücke auf? In den letzten Monaten war ein ganz besonderer Wochenrhythmus entstanden, der ist in diesem Moment vorbei.
Ich bin entlassen und auch wenn ich sicher gern mal diesen oder jene wieder treffen würde, dann bestimmt nicht hier an diesem Ort, wo mir viel Gutes widerfahren ist.
Der Alltag hat mich wieder.
DIe Sonne scheint, die Bäume tragen frisches Grün, als ich den ersten Tag hier erschien, war es kurz vor Weihnachten.

Sonderbar, wie schnell die Zeit verging.

Als ich auf dem Elsterdamm in Richtung Süden rolle und die Sonnenlichter auf dem Wasser des Flusses spielen sehe, die Vögel ringsum zwitschern und etwas später am See die ersten Noch-Nicht-Ganz-Badegäste am Nordstrand erspähe, ist es, als ob ich den vergangenen Zeitabschnitt vergessen mache und nahtlos an Paris-Brest-Paris im letzten Jahr anschließe.
Meine Euphorie lässt sich  nur schwer bändigen.

Wie lange ist das her, dass ich das hier zum letzten Mal sah? Diese weite Landschaft, die glitzernden Wasserflächen und die leichten Anstiege am Ufer, die ich zugegebenermaßen langsam wie eine Schnecke hinauf kurbele.
Aber was solls, Schnitt und Zeiten spielen keinerlei Rolle. Es geht nur darum, dass ich wieder hier bin, dass ich völlig entspannt den Faden wieder aufnehme, dass ich einfach ein unwahrscheinliches Glück habe, hier wieder fahren zu können.


"Ich bin wieder hier, in meinem Revier. War nie wirklich weg, hab mich nur versteckt." frei nach Westernhagen.


Wieder hier im alten Leben? Nicht ganz.

Der nahtlose Übergang  zurück in die Normalität ist für mich jetzt erfolgt.

Aber das Leben ist nicht mehr wie früher, ich bin anders geworden, vieles ist anders geworden.
Muss es deswegen schlechter sein?
Die Bilder der intensiv gelben Rapsfelder unter dem blauen Himmel, die alte schöne Erinnerungen wecken, werden mit diesem Erlebnis jetzt neue schöne Erinnerungen entstehen lassen.

PS: durch die Einsortierung in die Kategorien "Dezembererlebnis" und "Radfahren" erfolgt auch hier im Blog ein nahtloser Übergang. Das Geschehen um das "Dezembererlebnis" schließe ich damit für mich persönlich ab, auch wenn es das weitere Leben mit bestimmen wird, der Lebensinhalt "Radfahren" wird hoffentlich nun auch wieder etwas mehr in den Vordergrund rücken.

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