Gewitterzelle

Eigentlich sollte es eine ruhige Runde entlang der Leipziger Südseen werden.

 

So als kleiner Feierabendausklang - Ausrollen eben...

Und nebenbei sollte noch ein wenig Grundlagenausdauer antrainiert werden...


Der Wetterradar hatte seit Stunden stur prognostiziert, dass das Gewitter, welches sich aus Südosten vom Erzgebirge/ Sächsische Schweiz her in unsere Region aufgemacht hatte, uns wieder einmal verschonen und südlich vorbeiziehen würde.


Am Nordufer des Cospudener Sees sieht es allerdings so aus, als ob sich diese schwarze Wolkenwand genau auf uns zu bewegt, was augenblicklich nicht unbedingt zur inneren Ruhe beiträgt, sondern die Füße veranlasst, ein wenig schneller in die Pedale zu treten.
Ein wenig Nervenkitzel ist schon dabei, frontal einem Gewitter entgegen zu fahren, doch allmählich lässt sich auch dessen Geschwindigkeit und Zugbahn besser einschätzen.
Ja, es ist noch genug Zeit, man könnte es noch im Trockenen schaffen.


Die Ausmaße dieses Gewitters sind riesig. Einfach gewaltig sieht das jetzt aus. Deutlich ist eine Art Wirbelstruktur der Wolken zu erkennen, der Wind in Bodennähe weht von West, die Zelle jedoch treibt aus Südost auf uns zu.


Schnell noch ein paar Panoramafotos, so viel Zeit muss sein - die Faszination am Ganzen überwiegt den Drang, schnell ins Sichere zu flüchten.


Nördlich die tiefhängende finstere Wolkenschleppe, deren untere Ränder gen Boden etwas ausfransen... direkt über mir die Wolkenkante, keine Böenfront, zum Glück nicht...  Eine Rotation ist nicht erkennbar. Und das Zentrum dieses Wirbels ist am Horizont fast schwarz. Das Ungetüm bewegt sich nur gaaaanz langsam, man kann also etwas inne halten und dieses Wunder der Natur ausgiebig bestaunen. Oben meine Fast-Lieblingswolken, die Mammatuswolken. Das zeigt, welche Energien sich in der Atmosphäre austoben. Drüben erste dunkle Schleier der zu erwartenden Regengüsse.

Nun scheint es doch ratsam, wieder ein wenig Tempo zu machen.
Gerade nach den Unwettermeldungen der letzten Tage, an denen Menschen durch plötzlichen Blitzschlag zu Schaden kamen, ohne dass ein ausgeprägtes Gewitter über ihnen war, hat man den gehörigen Respekt.


Schade, nun ist diese Gewittwerzelle schon zu nah, man kann ihre Höhe nicht mehr erkennen - aus dem gebührendem Sicherheitsabstand war das eben wirklich spannend und beeindruckend.
Ohne Risiko komme ich zu Hause an.


Und der Tageskilometerzähler zeigt auch wieder über  50 Kilometer. Reicht erst einmal.
Training mit Zeit zum Schauen - so soll es sein.

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