Riesengebirge - Das Hohe Rad

Klingt eigentlich ziemlich gewaltig - Hohes Rad - Vysoke Kolo - Vysoke.... Vysoka, ein bildschöner 2560 m hoher Gipfel in der Hohen Tatra.
Das Hohe Rad bringt es aber lediglich auf 1506 Meter Höhe.
Und vom allmählich ansteigenden Kammweg aus Richtung Spindlerbaude, vorbei an den bemerkenswerten Mädelsteinen, einer markanten, auf dem Kamm aufliegenden Felsgruppe sieht der Berg recht mickrig aus.


Ein runder Schutt- und Steinhaufen oberhalb der Baumgrenze. Leider ist der höchste Gipfel des westlichen Riesengebirges aus Naturschutzgründen gesperrt, so kann man die Überbleibsel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals heutzutage nicht mehr besichtigen. Ist aber auch nicht so aufregend.
Viel aufregender gestaltet sich der Weg, der auf der polnischen Grenzseite nun gut ausgebaut durch steile Blockhänge und unwahrscheinlich weiten Ausblicken in nördliche Richtungen um den Gipfel herum führt.
Die Herbstsonne schien bisher mild vom Oktoberhimmel, doch hier im Schatten des Nordhanges liegt plötzlich verharschter Schnee. Der wird wohl nun hier oben über den gesamten Winter liegen bleiben.
Und dann steht man unversehens vor den Schneegruben - Snezne Jamy, einem ehemaligen Gletscherkar.
Das ist immer wieder, auch wenn man es längst kennt, ein packender Moment. Denn das war so nicht zu erwarten, plötzlich am oberen Rand von alpinen Felswänden, die senkrecht über 150 Meter abfallen, zu stehen. Tief unten glitzert Wasser von kleinen Seelein, ein eisiger Nordwind peitscht ins Gesicht.
Jenseits dieses Kessels steht stolz die ehemalige Schneegrubenbaude auf der Höhe...
Da wollen wir noch hin, danach geht es an der Elbequelle vorbei hinüber zur Vrbatova Bouda und dann abwärts nach Spindlermühle.